Go Back Age of Conan Europe Forums > Community Forums > Deutsches Forum > Allgemeine Foren > Rollenspiel
Reload this Page Charaktergeschichte- Cimmerien - Aquilonien - Stygien - Die Reise in die Schatten
Reply
Old 1st June 2011, 16:13     Kadras is offline   #31
Kadras
Conqueror Cimmerian

Nachtwind

German server Asgard PvP-RP
Default Kapitel 400 - Die Reise des Jägers


Kapitel 400 - Die Reise des Jägers

Naunnir reiste nun schon seit einigen Tagen durch die verschiedenen Landstriche Stygiens. Nachdem er die Sümpfe hinter sich gelassen hatte wurde die Faune immer karger bis schliesslich auch die letzten Blätter der Kraft von Sonne und Sand nachgaben und nur noch kahle Sträucher seinen Weg säumten. So erreichte der müde Wanderer endlich die Grenzen der Provinz Kopfshef.
Immer der nächste Schritt in den immer wieder nachgiebigen Sand.
Blickte er zurück konnte er seine Fußspuren doch bereits nicht mehr erkennen. Seine Fußabdrücke füllten sich binnen weniger Wimpernschläge wieder mit dem schier unendlichen Sand der Wüste.
Er hatte seinen Mundschutz tief ins Gesicht gezogen und nur seine zusammengekniffenen Augen spähten noch aus der Kapuze des Jägers. Der feine Sand hatte seine Kleidung überall durchdrungen und kratzte an seiner Haut. Nein Stygien war nicht das schönste Land für einen Cimmerer.
Er vernahm mittlerweile kaum noch die Geräusche seiner Stiefel die sich unnachgiebig in den nur zu nachgiebigen Sand gruben. Das Knirschen der feinen Sandkörner unter seinen Sohlen, das Pfeifen der umherfliegenden Sandkörner aufgewirbelt vom Wind. Die wandernden Dünnen.
Nun ist es nimmer weit. Doch sein Weg führte ihn immer noch weiter durch die Wüste. Doch dort am Firmament sah er durch die Sandwolken hindurch endlich die Umrisse der Berge, gekrönt mit der schwarzen Zitadelle. Die dunklen Mauern des alten Gebäudes standen dort so Still und Mahnend wie ein ewiger Wächter der eher vor Pflichtbewusstsein zu Grunde gehen wollte als seinen Standort zu verlassen.
Naunnir ging diese Strecke nicht zum ersten Mal und doch war er Einsamer als jemals zuvor. Bald würde er auf die ersten Händler treffen, dem ersten Anzeichen der Zivilisation in dieser trostlosen Provinz Stygiens.
Die ersten Händler würdigte er kaum des Blickes. Sein Ziel war die Karawanserei. Hätte man ihn nicht besser gekannt würde man denken Naunirr sein ein allein umherirrender Sklave. Doch so war es nicht.
Bisher hatte er sich mit seinem Bogen gut über Wasser halten können. Es gab nur wenige größere Jäger die er in seinem Leben kennen lernen durfte. Dennoch war seine Reise nicht ziellos. Die Karawanserei diente ihm nur als Sprungbrett zurück in die Welt der Zivilisation. Er musste den letzten Wunsch seines Großmeisters folgen.

Er wusste nicht sehr viel über seinen verstorbenen Gildenmeister Arlousan, doch er sei der Fürst von Targamon einer Aquilonischen Provins.
Das war auch sein Ziel. Dort würde er sicherlich Calndrick oder Kadras finden. Seine bisherigen Kontaktpersonen hatten ihnen besätigt das der weißbärtige kleine Aquilonier in Gesellschaft des jungen Cimmerers die Reise nach Aquilonien angetreten hatte. Naunirr war nicht der Schlauste unter den Cimmerern aber er hatte sich eins und eins zusammengezählt und war sich sicher. Dass er hier die lezten Wissenden des Ordens finden könne. Calndrick war als Berater des Schattenrats, als Veteran des Nachtwinds länger tätig als sich jeder andere Schatten erinnern konnte.
Er würde wissen was oder ob sich noch etwas an den Vernichtenden Schicksal des Ordens des Nachtwinds ändern ließ. Naunirr war nicht in alle Geheimnisse des Ordens eingeweiht. Gerade hatte er den äußeren Zirkel überwunden und hatte das Ritual hinter sich gebracht um den Eid zu leisten und sich im Gegenzug mit der Rune des Nachtwinds dem Nyzgil zu zieren.
Voller Stolz erinnerte er sich an das Ritual indem die geschwungene Rune mit Blut auf seine Stirn gezeichnet wurde. So stieg er in den inneren Zirkel des Ordens auf und erfuhr zum ersten Mal von den höheren Aufgaben die hinter dem Söldnertum verborgen lagen.
Voller Eifer eilte er seinen neuen Aufgaben entgegen. Doch nur nach zwei Wochen erfuhr er vom bevorstehenden Feldzug. Dem Feldzug an dem er teilgenommen hatte und in dem sein Schattenmeister sie alle Verraten hatte. Die Schlacht des Verrats.
Voller Bitterkeit erinnerte er sich an all seine Freunde die an jenen Tag gefallen waren.

Gab es andere Überlebende? War es seine Pflicht nach diesen zu suchen? Sein Fürst hatte ihn beauftragt die Kunde vom Verrat an Calndrick zu übergeben und auch nach seinem Tod hatte er die Absicht die Aufgaben seines Großmeisters bedingungslos zu folgen.

Währenddessen er sich über ein wenig des weißen Safts einer Kaktee erfreute reifte ein Plan in seinem Unterbewusstsein heran. Er musste an die goldene Stadt denken. An all dem was der Nachtwind über die Jahrhunderte tief verborgen im Sumpf erschaffen hatte. Die Schlacht an den Mauern Tyranias ist mit Sicherheit verloren gegangen. Doch konnten auch hier weitere Mitglieder seines Ordens überlebt haben.

Er würde zurückkehren um diese Ungewissheit endgültig abzuschütteln. Doch zuvor wollte er eine Möglichkeit finden Calndrick zu warnen.

So stand er in der Karawanserei und die Einsamkeit der er einst so zu schätzen wusste hatte ihn eingeholt. Er war hier nicht in den schönen Bergen Cimmeriens, er befand sich alleine in der trockene Wüste Stygiens und trug obendrein eine Verantwortung auf seinen Schultern die seiner nicht würdig war. So empfand der geschickte Jäger zumindest.

Da die Karawanserei war als Zentrum des Handels in Kopfshef bekannt. Naunirr braucht nicht lange um herauszufinden, dass der Preis für Löwenfelle momentan am höchsten gehandelt wurde. Also brach er auf um eines dieser gefährlichen Tiere zu erledigen.
Er hatte seinen Bogen und einen Köcher mit Pfeilen. Nun brauchte er nur noch Löwen und einen sicheren Baum …

Zufrieden trat der Cimmerer seinen Rückweg an. Er konnte sich in Schussreichweite an die Löwen heranpirschen. Währenddessen die großen Katzen nicht in der Lage war seinen Baum zu erklettern ließ der Cimmerer Pfeile von seiner Sehne schwirren solange bis alle noch lebenden Löwen die Flucht ergriffen.
Danach ließ sich Naunirr zufrieden vom Baum hinab um den beiden erlegten Raubkatzen das Fell abzuziehen. Während dessen wurde er jedoch bei seiner Arbeit gestört und konnte sich nur Mühselig einer weiterhin Löwin erwehren. Diese war zurückgekehrt und schmerzhaft musste Naunirr feststellen, dass es diese Tierart ebenso gut verstand sich lautlos gegen den Wind an seine Opfer heranzuschleichen wie er selbst.
Es war bei Kratzern geblieben, aber um Haaresbreite wäre ein gezielter Kehlen Biss ihm ein frühzeitiges Ende beschert.

Nun mit den Fällen war er in der Lage zu handeln.
Er wollte nicht den bestmöglichen Preis erzielen. Münzen behielten für den Jäger einen fragwürdigen Wert. Aber er brauchte diese um seine Überfahrt nach Khemie zu bezahlten.

Nur noch über den Pass der Sandsteinhöhen und dann würde das kleine Fischerdorf Bubshur auch schon vor ihm liegen.
In Bubshur gab es einen Schiffer den er kannte. Der alte Hib’hel war eine treue Seele stehts bemüht ein paar Münzen zu erhaschen um seine neunköpfige Familie zu ernähren. Naunirr fuhr lieber mit dem Fischer als mit den großen Handelsschiffen den Styx hinunter und es war günstiger.
Nie konnte sich der Nordmann an das Schaukeln auf Schiffen, Booten oder kleinen Kähnen gewöhnen. Er vermochte seine Übelkeit lange zu ignorieren. Dennoch nahm ihn sein flaues Gefühl im Magen die Lust an Gesprächen. So schwieg er wenig später und sah den vorüberziehenden Sanddünnen zu. Der stetige Kampf vom Sand das versuchte das Wasser zu ertränken.
Der Styx wurde geleitet von Sonne und Mond und folgte den Gezeihten. Doch es war eine gute Zeit um nach Asket den Hafen von Khemie zu reisen.
Nur wenn Naunirr beobachtete wie die untergehende Sonne den Styx die Vene der Wüste küsste erkannte der Cimmerer die eigenartige Schönheit des Landes. Dürre, Hitze und die ewige Kraft der Wüste hatten dennoch das mächtige Reich von Luxxor empor gebracht, und auch der Orden des Nachtwindes hatte in der Vergangenheit dieses Landes seine Ursprünge.

Einen Tag und eine Nacht dauerte die Reise. Naunirr schlief unruhig. Konnte das Schaukeln ein Kind sanft in den Schlaf wiegen ihm machte es einfach Angst zu wissen das unter ihm Wasser schlummerte. Er hatte es nie gelernt zu schwimmen und er hatte auch nicht mehr vor in seinem fortgeschrittenen Alter daran etwas zu ändern.

Hib’hel machte den Fischerkahn am Hafenbecken fest und half den geschickten Jäger der aber diesmal auf unsicheren Beinen stand vom Boot hinunter.
„Verkaufe Deinen Fisch Hib’hel und warte auf mich. Vor Einbruch der Nacht sollte ich zurückgekehrt sein.“ Naunirr machte eine Pause.
„Falls nicht brauchst Du nicht länger auf mich warten.“

Der Cimmerer hatte es nicht leicht sich bis zum Wesir von Aketh durchzufragen. Doch die letzten Münzen sowie die Preisgabe seines Anliegens in Vertretung des Ordens des Nachtwinds erweichten schließlich den Kaufmann.
Der Wesir verwaltete den Balsar, die Frachteingänge sowie Ausgänge und achtete kleinlichste dabei bei jedem Warenumschlag im Hafen einen Teil für das Reich zu behalten. Wie groß der Teil davon war den der Wesir für sich behielt, darüber konnte man streiten, nicht aber über dessen Einfluss auf der Hafeninsel.

Naunirrs Weg führte ihn in die Hallen der Schwarzmarkthändler. Hier hin hatte sein nun toter Schattenmeister ihn einst mitgenommen um mehr über den Silberzirkel und dessen Geschäfte zu lernen.
Nun war es der ideale Anlaufpunkt um mit unangenehmen Fragen möglichst nah an den Wesir von Khemie heran zu gelangen.

Wenn Naunirr dem gesammelten Wissen des Nachtwinds noch vertrauen konnte so wußte der Wesir nur zu gut vom florierenden Schwarzmarktgeschäft innerhalb seines Hafens und dennoch duldete er dieses. Warum? Wegen der dabei für ihn abfallenden Münzen vermutete Naunirr. Vielleicht wurde auch jemand außerhalb Ashkets bestochen, jemand der innerhalb der großen Stadt Khemie noch weit aus mehr Einfluss hatte als der Wesir hier und dieser war gezwungen sich dessen Willen zu beugen. Einerlei. Hier die richtigen unangenehmen Fragen gestellt und schon würde man ihn zum Wesir geleiten oder töten. Doch Töten war eher unwahrscheinlich daher wagte der Jäger sein Glück.
Es war nicht einfach so Bettelarm in die Hallen des Silberzirkel zu gelangen. Doch hier stand er nun.

Und wie er vermutet hatte, wurde er wenige Sätze später von zwei muskolösen Gestallten an die Wachen des Wesirs von Khemie übergeben.
Der Hafenmeister empfing Naunirr, nachdem dieser sagte er bringe Nachricht von Arlousan und vom Orden des Nachtwinds.

Die langen Säulen zierten die Halle. Um die Säulen ringelten sich gewaltige aus Stein gehauene Schlangen. Die Priester Khemies vergötterten die Symbolfigur die für Seth stand dem Herrscher über alle, wenn man diesen Fanatikern Glauben schenken konnte. Doch eines hatte der Jäger gelernt. Stelle den Bären nicht in seiner eigenen Höhle eine Falle, also übte er sich in Ungeduld und Schweigsamkeit. Niemand außer Crom hatte es zu interessieren was er von diesen Schlangenglauben hielt.

Der Wesir war ein einfacher Kaufmann, doch die Last der Kompromisse vieler Jahre lastete auf seinen Schultern. Falten durchzogen sein Gesicht doch täuschten nicht über die klaren wachen Augen des Stygiers hinweg.

Der Wesir, dachte Naunirr. Handel und Booten waren sein Geschäft. Nun sollte er sich auf ein weiteres Geschäft einlassen.

Die beiden Männer verbrachten wenige Minuten später ein Gespräch unter vier Augen. Am Ende der Unterredung nahm der Verwalter der Hafeninsel die Münzen ebenso wie die Depesche des Cimmerers an und versprach dafür zu sorgen, dass diese Nachricht Targamon erreichen würde. Falls Calndrick dort nicht anzutreffen sei, würde man sie dort beim Verwalter der Stadt hinterlegen.

Naunirr bedankte sich bei dem Stygier und verließ die Villa des Wesirs.
Er würde nun wieder Heb’hal unten am Hafen aufsuchen. Sein weg würde ihn zurückführen in die Rotlotusmarschen. Er würde nach den Verbleib der anderen, der letzten Ordensmitglieder des Nachtwinds Ausschau halten.
Das andere Geschick des Nachtwinds lag nun nicht länger in seinen Händen.

Last edited by Kadras; 14th September 2011 at 11:45..
Reply With Quote
Old 16th June 2011, 07:39     Kadras is offline   #32
Kadras
Conqueror Cimmerian

Nachtwind

German server Asgard PvP-RP
Default Kapitel 401 - Das Ende der Freiheit

Kapitel 401

Das Ende der Freiheit

Gloranius hatte sich mit Luron zu einen Gespräch unter vier Augen zusammen gefunden. Der äußerst begabte Dieb hatte die besten Verbindungen zur Unterwelt.
"Luron, ihr müsst das Verschwinden von Kadras so aussehen lassen als wäre es ein Unfall. Sagen wir Skalvenjäger könnten ihn gefangen nehmen und an die Galeeren Aquiloniens seinen Dienst zu tun. Oder verkauft ihn an die Skalvenhändler.
Besser aber ist er stirbt bei einem Unfall. Sorgt dafür, dass niemand mich mit der Tat in Verbindung bringen kann."
"So sei es mein Lord." Louran verbeugte sich tief und verließ dann das Besprechungszimmer des Adeliegen. das Anwesen das Gloranius Urmahner verlies er über den Hintereingang zum Gutshof. Luron war sicher, er wurde nicht beobachtet.
Luron mußte lächeln als sein Plan Gestalt annahm.
Gammiler war ein berüchtigter aber auch ein geduldeter Pirat. Er lag mit seinem Schiff der Seestern in diesen Tagen wieder vor der Felsklippenbucht vor Anker.
In der Bucht lebte das leichte Volk. Gauckler, Obdachlose und gar Aussätzige. Ein wenig Zuviel Freigeist wurde seit je her von ihren gutherzigen Fürsten Arlousan in dieser Provinz akzeptiert.
Eine Ironie des Zufalls das Tatsächlich Arlousan es war der hin und wieder die Dienste des Piraten in Anspruch nehmen musste.
An diesen Abend war es Luron der seinen Weg in das Lager des Piraten suchte.
Sklavenhandel, ein lukratives Geschäft. Wer würde schon einen Elternlosen Cimmerer in Aquilonien vermissen. Ein guter Arbeiter, Ausdauer, Muskeln. Natürlich war da nicht dieser ekelige sture Willen der Cimmerer den man brechen musste. Sobald dieser Kadras Aquilonien verlassen hatte und sichergestellt war, dass er nicht zurückkehren konnte galt sein Auftrag als erledigt. Was wäre da besser geeignet als die Skalvengaleeren?
Gammiler würde Menschen als Handelsware annehmen ohne lästige Fragen zu stellen. Viele Münzen würde Luron gar nicht verlangen.

Seine flinken Beine führten Luron also hinab in das Lager der Ausgestoßenen der Felsklippenbucht. Hier am Rande der Felsen in den von Meer umspühlten Höhlen lebten all jene die dem Gesetz fern bleiben wollten.
Luron heuerte sich vier der stärksten Schläger an die er in dem Lager finden konnte. Beram der große Hühne versicherte ihm er würde jeden Mann bezwingen. Er zahlte jedem zehn Silbermünzen im Voraus und versprach zehn weitere Münzen sobald dieser Cimmerer auf dem Schiff des Piraten verschwunden war.
Danach kehre Luron zu seinen beiden Partnern zurück. Horsch und Messer nannten sich die beiden Diebe mit denen Luron schon seit Jahren gemeinsam erfolgreich für den Aquilonischen Adel die Schmutzgeschäfte abwickelte. Zuverlässige Männer. Etwas einfach gestrickt vielleicht, aber dies ermöglichte ihm besser die Kontrolle über alles zu wahren.
Horsch war angewiesen das Herrenhaus des Stadthalters im Auge zu behalten. Hier hatte Kadras seine Unterkünfte. Sobald sich ein günstiger Augenblick anbahnte sollte er Luron Bescheid geben.


Kadras wand sich aus Laurelins Armen.
"Geliebte, ich muss gehen."
"Wann werde ich Dich wiedersehen, Geliebter?"
Der Cimmerer erhob sich.
"Geb auf Dich acht." dann wandte sich der Cimmerer zum Gehen ohne sich nochmal zurückzublicken.
Es war spät geworden. Laurelin grübelte noch lange über diesen Abend und diesen Mann den sie ihr Herz und ihren Körper geschenkt hatte. Sie war immer noch aufgewühlt. Sie fürchtete sich über ungebetene Fragen der Diener.
Dann erhob auch sie sich, richtete ihre Gewänder und kehrte zurück zur Villa ihres Vaters.
Die Fragen blieben aus. Erst spät viel sie in einen langen Schlaf.

Kadras kehrte geradewegs zurück zu seinen Gemächern.
Angelangt in seiner Kammer packte er sein bischen Hab und Gut zusammen. Das Kurzsschwert seines Ziehvaters wollte er nicht mit sich nehmen. Dieses Geschenk musste er an seinen Vater zurückgeben. Er hatte ihn enttäuscht, das Erbe ausgeschlagen. Was würde Arlousan der Fürst von Targamon von ihm denken, wenn er so ging.
Kadras hatte eine Karte vor seiner Liege ausgebreitet auf der die westlichen Länder Hyboriens verzeichnet waren. Sein Schwert hatte er in das Land Cimmeriens gerammt. In dem Teil des Landes der offiziell als Herrschaftsbereich der Vanir angesehen wurde.
Der Cimmerer hatte sich vorgenommen den Feldern der Toten dessen Name alle Ehre zu machen. Sein leibhaftiger Vater sagte einst, kehre zurück wenn Du gelernt hast zu kämpfen und Räche mich. Eben das wollte er tun, seinen stillen Schwur erfüllen.
Das Schwert allein würde Calndrick und Arlousan genügend Bootschaft sein. Er war kein Meister der vielen Worte. In ihn brannte der Tatendrang. Er war sich selbst der Mann der seine eigenen Entscheidungen fällen wollte. Auch wenn er Arlousan wie Calndrick sehr schätzte hatten sie beide nicht das Recht ihn in eine ihm vorbestimmte Rolle zu drängen.
Kadras war zornig. Niemand außer er selbst sollte Herr seines Schicksals sein. Seines würde er heute Nacht herausfordern.
Wenig später verließ er das Anwesen des erkrankten Stadtverwalters. Um unangenehmen Fragen zu entgehen kletterte der Barbar aus dem Fenster und ließ sich an den Hängepflanzen an der Hauswand hinab. So bemerkte niemand wie Kadras die Stadt Targamon verließ.
Nun nicht ganz niemand. Horsch saß in einem Baum von dem aus er einen guten Einblick in das Fenster des Cimmerers hatte. Ihm war egal was dieser Nordmann beabsichtigte, er hatte einen Auftrag zu erfüllen.

Luron wollte sich gerade hinlegen da pochte es an seiner Tür. Luron zischte die dünne Stimme von jenen der sich selbst knapp Messer nannte.
Luron schüttelte die Müdigkeit ab und eilte wenig später zu Tür um den Riegel zur Seite zu schieben.
„Herr,“ Messer nickte knapp zur Anerkennung des Standes des Anderen.
Luron bemerkte wie schnell der Atem des kleinen Aquiloniers aufeinander folgte. Er mußte den ganzen Weg hier her gerannt sein.
„Horsch hat gesehen wie der Cimmerer seine Kammer verlassen hatte.“ Fuhr Messer fort. Er ist mitten durch das Fenster gestiegen. Niemand hat sein Verlassen des Anwesends bemerkt.“
„Gut. Wo will er hin?“
„Ich weiß es nicht genau, aber Horsch folgt dem Cimmerer gerade zum Hafen hinab.“ Beendete Messer seien Ausführung.
Dann ist das ist also unsere Stunde.“ Entgegnete Luron und ein lächeln huschte über seine Lippen.
„Messer eile hinab zu Felsklippenbucht. Finde Beram und die anderen drei Schläger die ich angeheuert habe. Wir brauchen wofür wir bezahlt haben.“
Messer nickte und verschwand.

Kadras folgte der Straße direkt hinab ins Fischerdorf. Hier war er vor wenigen Tagen erst angekommen und über denselben Weg würde er die Provinz auch wieder verlassen.

Roupkar war der Name des Fischerdorfs. Eigentlich bestand das Dorf nur aus einer langen Pier dem Marktplatz davor und darum angeordnet die wichtigen Häuser wie der Händler oder die Schenke.
Dahinter fügten sich die Häuser der wenigen Bewohner in die Böschung der sanften Hügel.
Kadras verbrachte seinen Abend in der Taverne. Hier suchte er sich ein Schiff auf dem er anheuern konnte oder für das seine Münzen genügten. Das erste Ziel seiner Reise war einfach von hier zu verschwinden. Egal wohin.
Ein Bier wurde so beim Gespräch mit den einheimischen vom Wein abgelöst bis Kadras sein Schiff gefunden hatte. Er merkte den Alkohol in seinen Gliedern. Er fand eine Truppe Männer die erklärten bereits morgen früh wieder auszulaufen. Sie hätten noch einen Platz für ihn frei, wenn er tüchtig wäre.
Kadras lud die Matrosen auf viele weitere Getränke ein und die Stunden strichen dahin. Sie zechten bis spät in die Nacht.
Kadras hatte sich das Boot beschreiben lassen und wollte nun aufbrechen um direkt an Board zu nächtigen. Sicherlich würde es irgendwo ein paar Fangnetze geben. Zum Schlafen würde ihm dies genügen.

Die Straßen schienen verlassen beinah alle Lichter in Roupkar waren erlöschen. Die Dunkelheit sowie die Stille der Nacht rangen um die gunst des Wanderers.
Dann vernahm Kadras überraschend die Stimme des Mannes. Sie kam aus eine der Seitengassen der schmalen Straßen Roupkars.
„He da Fremder, wohin zu so später Stunde?“
Der Mann war auf Ärger eingestellt. Das konnte man schon am Tonfall erkennen.
Der angetrunkene Cimmerer, war überrascht, aber dennoch selbstsicher wandte sich zu den Fremden um.
„Ich habe nichts bei mir was für Euch von Wert sein könnte. Lasst es lieber sein.“ Dann wollte er seinen Weg fortsetzen doch dann fühlte er etwas. Er wurde noch von weiteren Augen beobachtet.
Zwei weitere Kerle tauchten hinter ihm auf. Die Straßen waren zu dieser späten Stunden bereits von allen Menschen verlassen.
Kadras erkannte das hier etwas nicht stimmte. Das war kein Zufall, schoss es Kadras durch den Kopf. Er spürte eine Gefahr von diesen Fremden ausgehen.
Er musste vorsichtig sein. Bevor einer der beiden Aquilonier sich seinen ungedeckten Rücken nähren konnte wandte sich Kadras zu den beiden.
Kadras fluchte knapp. Nun hätte er sein Schwert gut gebrauchen können, stattdessen hatte er nur das Messer an seiner Seite. "Was wollt ihr von mir?"
Die beiden Aquilonier stockten. Blieben stehen. Dieser Mann sah aus wie eine Wildkatze die sich zu verteidigen wusste.
„Komm schon Junge. Wir wollen Dich doch nur ein bischen ärgern. Leg Dein Messer weg und dir wird nichts passieren.“
Der Hochgewachsene Mann der aussah wie ein mit Muskeln bepackter Berg hatte gesprochen. Das musste ihr Anführer sein. Kadras würde den Hühnen zuerst ausschalten.
"Los ...". der große wollte noch etwas sagen. Doch Kadras erkannte die Absicht des Mannes trotz seiner Trunkenheit.
Bevor noch jemand etwas sagen konnte wendete sich Kadras in dem Bruchteil einer Sekunde wieder den Bären von einen Mann zu. Griff parallel noch während der Drehung nach seinem Messer und setzte zum Sprung an.
Der Kerl der sich selbst Bertram nannte hatte Sekunden Später die Klinge des Cimmerers in seinem linken Auge stecken und stürzte brüllend vor Schmerzen nach hinten. Kadras stürzte mit dem tödlich getroffenen. Rollte sich aber über dessen dickleibigen Körber um sich dahinter wieder aufzurichten.
Bertrams gequälte Laute hallten durch die leere Gasse.
Da war noch ein vierter Kerl. Immer noch drei Gegner konnte Kadras geistesabwesend registrieren. Dann war er auch schon wieder auf seinen Beinen.
Das Messer steckte immer noch am Boden im Auge des Manne. Bertrams rufe verstummten langsam. Man vernahm nur noch ein leises wimmern von dem Ort wo dieser seine letzten Atemzüge hinaus röchelte. Kadras hatte die Klinge zurücklassen müssen. In seiner hast hatte er nicht darauf geachtet nicht zuviel Kraft in den Stoß zu legen.
Ein Mann wollte ihm packen. Er wand sich unter dessen ungeübte Bewegung heraus und bekam dessen Arm zu brechen den er darauf hin gezielt verkeilte um ihn zu brechen. Auch dieser Mann schrie. Ein Weiterer schlug auf seinen Rücken ein. Mit einem Stein oder etwas anderen harten Gegenstand. Kadras nahm die Prellung deutlich wahr. Der Krieger schwankte doch viel nicht, er stand immer noch.
Ein bis zwei Schläge trafen nun den dritten Angreifer unsanft im Gesicht. Kadras spürte die Harten letzten Zähne des Mannes in Form von Abdrücken an seiner Faust. Diesen hatte er ausgeschaltet, nun zu den anderen.
Doch da griffen Messer und Horsch mit in den Kampf ein. Luron nahm einen Dolch in seine Hand und betrachtete die mit Gift eingestrichene Klinge.
Alles musste man selbst erledigen.
Kadras schaffte es noch den vierten Mann auszuschalten ehe die Schläge der beiden übriegen Schurken auf ihn einhagelten. Sie trugen Keulen. Diese waren mit Metall versetzt. Noch nie hatte der Cimmerer solche Schmerzen durch Schläge trotz seiner harten Ausbildung kennen gelernt. Er schrie auf ging auf die Knie doch stand unmittelbar danach wieder auf.
Einen gut gezielten Schlag wehrte er mit seinen Unterarm ab. Er hatte Glück das dieser nicht unter der Wucht des Schlages zertrümmert wurde. Gerade rang er mit der Waffe jenes Mannes der sich Horsch nannte als der Wurfdolch Luron in seine ungedeckte Schulter fuhr. Er spürte warmes Blut aus der Wunde sprudeln. Doch immer noch kämpfte er wie ein tollwütiger Bär. Doch die Schlage von Messer traf ihn erneut.
Diese Schmerzen. Kadras wurde schummrig. Aus irgendeinem Grund verließen ihn seine Kräfte. Er stürzte vorn über auf die Knie. Ein weiterer Schlag des Mannes der sich nur Messer nannte ereilte ihn und ging auf seinen Hinterkopf nieder. Kadras sein Gesicht drückte sich nun in den festen Sand der Straße. Dann schwanden ihm die Sinne.

Luron versäumte nicht diejenigen die versagt hatten das Leben zu nehmen. Er nahmdie Silbermünzen wieder an sich die er ihnen zuvor als Vorschuß gewährt hatte. Sie waren es nicht würdig zu überleben und schon gar nicht als potenzielle Zeugen. Außerdem stieg sein Gewinn bei diesen Geschäft weiter-
Vergesst nicht die Leichten derer in den Hafen zu schmeißen ehe wir hier verschwinden.
Seine beiden Männer befolgten die Befehle Lurons. Dann packten Messer und Horsch Kadras auf den extra hierfür vorbereiteten Karren und machten sich gemeinsam auf den Weg zur Felsklippenbucht.
Gammin würde die Ware abnehmen.
Sklaven. Kapitain Gammin war ein Sklavenhändler. Dieser Barbar hatte kein anderes Schicksal verdient. Sollte er doch den Rest seines Lebens fern von Targamon als Sklave weiterleben. Luron scherrte das nicht.
Luron Schritt voraus und dachte, der Cimmerer hatte sich tüchtig gewährt, er war die Belohnung wert gewesen.

Die Dunkelheit und mit ihr die Stille kehrten wieder in Roupkar ein.


Last edited by Kadras; 6th September 2011 at 14:05..
Reply With Quote
Old 14th September 2011, 16:00     Kadras is offline   #33
Kadras
Conqueror Cimmerian

Nachtwind

German server Asgard PvP-RP
Default Kapitel 402

Kapitel 402 - Auf hoher See

Kapitän Gammin war ein kräftiger Mann im fortgeschrittenen Alter. Der geschäftstüchtige Vadii stammte aus Tinburg, einer Felsenstadt nahe der südlichen Carnediven.
Die Inselgruppe war bekannt für ihre unsichere See. Ob dies an den Stürmen, den tückischen Sandbänken und Felsen in dieser Region lag sei dahingestellt. Aufjedenfall wimmelte es dort von Piraten.
Die Galeeren der Händler waren auf Geleitschutz oder den Segen der Götter angewiesen, wenn es galt dieses Seegebiet zu durchqueren.
Gammin hatte sich vom Schiffsjungen hochgearbeitet bis zum Matt. Dann jenes Abends als der unfähige Kapitän der Seestern beleidigend wurde hatte Gammin ihn erschlagen.
Heute war er Kapitän der Seestern. Herr der Meere.
Kaperfahrten hatte er seit Jahren nicht mehr unternommen.
Heute machte er seine Dukaten mit Sklaven und dem Handel mit so selten wie begehrenswerten Informationen.
Diesen Cimmerer als Sklave mit an Bord zu nehmen war für ihn eine Selbst-verständlichkeit.
Sicher, für einen muskulösen Sklaven war im Rumpf seiner Seestern immer Platz. Warum auch nicht. Luron war froh genug den Cimmerer los zu sein und er würde ein richtig guten Preis für den Verkauf des Nordmanns erzielen.
Die braungebrannte Haupt des kleinen Mannes hing vorn am Bauch etwas über. Das Alter brachte Gemütlichkeit und gutes Auskommen mit sich. Gutes Essen führt zu einem wohl genährten Magen, pflegte der Pirat gerne zu sagen.

In den Meeren gab es immer einen noch dickeren Fisch. Fressen und gefressen werden. Gammin hatte sicher nicht am meisten Männer und nicht alle waren ausgezeichnete Kämpfer. Dennoch sein Ruf brachte ihn Respekt bei den anderen Piraten ein. Respekt und Neid. Er war sicherlich momentan der dickste Fisch der Südsee. Aber vieleicht waren seine Zähne auch nicht mehr ganz so scharf wie früher. Es fehlte ihn sicher nicht an Mut und Schneid, aber die Tage der großen Abenteuer waren für ihn vorüber.

Ihr Ziel waren die Bachachan-Inseln. Hier konnte zur Zeit am besten die Sklaven an den Mann bringen. Sturm und seine Männer der Roten Hand kauften für einen Händler jeden tüchtigen Sklaven auf. Der Grund konnte ihm egal sein.
Vor diesen Hauptmann der Roten Hand musste man sich in Acht nehmen. Aber er machte ihm zur Zeit kein Probleme.
Die Nebelstraße von Bolwehn lag nun nur noch vor der Seestern und versperrte an diesen Abend den Weg zu ihrem Ziel.
Gammin und sein Steuermann kannten diese gefährliche Passage ebenso gut wie ihre eigenen Hängematten.
Jeder nüchterne Pirat hätte sein Schiff vor Anker gelegt und abgewartet bis die Nacht sich verzog und der Nebel sich lichtete. Nicht so Gammin, er war auch nicht nüchtern. Eigentlich war er nur äußerst selten Nüchtern um genau zu sein.
Er gab die notwendigen Anweisungen um sein Schiff in den Nebel hineinzusteuern. Er würde die Straße von Bolwehn bei Nacht und Nebel durchqueren und das nicht zum ersten Mal.
Den Unmut der Männer beglich der Kaufmann mit dem Hinweis auf den nächsten Hafen den man so eher erreichen würde und in dem man dann auch länger verweilen könne.

Wenig später wurde die Seestern beinahe vom Nebel verschluckt. Ein Teil der Besatzung lag bereits auf ihren Böcken um Nachtruhe zu halten. Andere hatten sich an der Reling aufgebaut und starrten furchtsam in den Nebel hinein.
Die Feuchtigkeit zog in ihre Kleider und Glieder. Nachts war es doch schon etwas kälter geworden. Geschürt wurde dieses Gefühl der klammen Kälte noch von dem Aberglauben der Seefahrer.

Gammin war müde und trachtete Gedankenverloren in den Nebel hinein.
Religion war eine mächtige Waffe. Hier gab es nicht nur den Nebel. Angeblich lauerte in den Untiefen der See auch der Xolosh. Ein mächtiger Kraken der sich hier unter den Felsen der Korallenklüfte in einer gigantischen Höhle hausen sollte.
So nannten die Männer den Nebel hier den Atem des Xolosh.
Tatsächlich führten die herausragenden Felsspitzen in Zusammenarbeit mit dem Nebel zu zahlreichen Schäden im Rumpf der Schiffe die versuchten dieses Gebiet zu durchqueren.
Niemand sagte es wäre ungefährlich hier hindurch zu steuern. Dennoch, wenn man den Weg kannte. Gammin hatte keine Angst.

Dort. Was war das?
Gammin erhob sich trat auf die Rehling zu, stützte sich auf dem Holzgeländer seiner Lady ab und starrte in die Nacht.
Die Nebelwand hatte seinen Seestern verschluckt, alles wirkte eher bedrückend.
Dann erblickt er einen Mast eines anderen Schiffs. Ein schwarzer Mast. Das schwarze Segel durchschnitt den Schleier und glitt beinahe lautlos auf sie zu.
Piraten. Andere Piraten.
„Alle Männer an Deck!“ brüllte Gammin. „Zu den Waffen!“ man konnte ja nie wissen was diese da von ihm wollten. Piraten konnte man nicht vertrauen. Er wusste das. Er war ein Pirat.

Tatsächlich war dies ein Überfall. Courgars Korsaren hatten ihnen aufgelauert.
Courgar war sein Konkurrent. Er wußte von seinem Widersacher von seiner vorliebe diese gefährliche Route zu nutzen und auch davon das dieser auch Nacht und Nebel nicht scheute. Nun sollte eben dies sein Verhängnis werden.
Vor einigen Jahren hatte Gammin ihm die Hoheit über die Südpassage abgenommen. Heute war die Nacht seiner Rache endlich gekommen.
Die Pinassen der Korsaren war kleiner als die Galeere. Aber sie hatten den Überraschungsmoment auf seiner Seite. Außerdem verfügte Courgar nicht nur über ein Schiff sondern über eine richtige Flotte.
Die dunklen Planken der Pinasse waren ebenso dunkel wie die Korsaren selbst. Gammin meinte den Schiffstyp zu erkennen. Außerdem konnte er sich zusammen Reimen was hier gerade geschah.
Dies mussten Courgars Schwarzhäuter sein.

Courgar selbst hatte eine Vorliebe seine Besatzung von seines gleichen anzuheuern. Er stammte aus den Ländern der Muslanen. Seine Landsmänner die Musulanen waren einfach loyaler. Fast niemand von Ihnen konnte schwimmen. Wer Wassertreten konnte, der dachte auch zu Stunden der Gefahr über Fluchtmöglichkeiten nach. Auf dem Meer war Dein Schiff Dein Leben und wenn Du nicht Schwimmen kannst, dann ist das Schiff noch ein wenig mehr dein Leben.


Cougar hatte diesen Ort für seine Rache erwählt. Er besaß nur Pinassen, aber davon gleich fünf. Die Einmaster waren klein und nicht so Modern wie die Galeere von Gammin. Seine Schiffe waren auch nicht mal so schnell. Aber hier im Nebel war der Nachteil eher aufgehoben. Er hatte mehr als nur ein Schiff hier um seinen Rivalen aufzulauern.

Ein Horn durchbrach die feuchte Stille. Der Klang drang gedämpft zu den anderen Schiffen hinüber.
Angriff erklang die Antwort von den Kapitänen der Schiffe. Selten hatte man in Hyborien so viele Schiffe gesehen, welche versuchten sich Gegenseitig an den Grund des Ozeans zu schicken.
Die Pinasse von Courgar hatte eine Stahlnase und Rammte in diesen Moment die Backbordseite der Seestern.


Die letzten Tage des Cimmerers waren von Rudern und wenig erholsamen Schlaf geprägt. Er war müde, hatte Hunger und einen deftigen Muskelkater. Die Strapazen hatten dem jungen Mann dicke Augenränder beschert. Seine Hautfarbe unterschied sich nicht länger von jener seiner Kleidung. Beides war nur noch schmutzig.
Diejenigen welche Kräftig waren unter den Sklaven durften mehr Nahrung zu sich nehmen als die anderen, wurden aber auch öfter an die Ruder der Galeere gesteckt als die anderen. Zumindest die Kranken wurden in anderen Ferchen untergebracht um die kostbare Ware nicht zu gefährden.
Kadras hatte es nach wenigen Tagen aufgegeben den sturen Cimmerer zu mimen. Er gab sich Hilfsbereit und Tüchtig. Begann das Vertrauen der Wärter auf seine Seite zu ziehen. Auch wenn dieses sich vor der Körperkragt des Cimmerers weiterhin fürchteten. Irgendwann würden sie unachtsam werden und dann würde seine Stunde kommen.

An diesen Abend befand sich Kadras im Laderaum, unten im Buck des Schiffes bei den anderen Gefangenen die nicht ruderten.
Aber immer hingen Sie an diesen verfluchten Ketten.
Kadras hatte das unruhige Treiben am Schiff längst bemerkt und war Wachsam.

Es krachte. Scheppernd flogen die Splitter durch den Laderaum und beschädigten die Fracht. Die Ladung, Menschen!
Mehrere der Insassen wurden verwundet. Hier unten mischte sich nun auch Blut zu den Geruch von Schweiß, Urin und Angst mit unter die Leute.

Kadras hatte seine Ohren gespitzt. Er hatte den Kapitän brüllen hören.
Dann hatte er das Horn schallen gehört. Dann noch mehr Laute nun waren sie ganz nah. An Deck brüllten Männer und Frauen durcheinander. Dann der Aufprall.

Kadras wurde durch seine Fesseln an Ort und Stelle gehalten. Hier auf seiner Bank schlief und aß er seit dem sie Targamon verlassen hatten.
Er hatte sich nie an sein neues Leben gewöhnt und schon gar nicht damit abgefunden. Vielleicht war dies die Stunde auf die er gewartet hatte. Doch die Ketten hielten seinen Fuß fest umschlossen.
Oben vernahm er den Laut von aufeinander prallenden Stahl.
Die Schreie der Verwundeten. Das Röcheln der Sterbenden. Was würde er dafür geben nun eine Waffe in seiner Hand halten zu dürfen.
Wasser. Die Seestern hatte ein Lock an Backbord-Seite. Der Riß war nicht sehr groß, doch es war niemand und nichts hier unten um das einsickernde Wasser zu stoppen.
Wir haben ein Leck brüllte er. Seine Füße waren wenig später bereits in Meerwasser getränkt.
Seine Leidensgenossen waren zumeist bei schlechterer körperlicher Verfassung als er. Die Totenangst der Männer und Frauen im Bauch der Galeere war überall zu spühren. Vorsichtige Hilferufe. Histerische Schreie. Der Geruch nach Tod lag in der Luft.

Die Aufseher hatten das Unterdeck geräumt und waren mit hinauf gestürmt um sich an den Kampf an Deck zu beteiligen.

Kadras versuchte vergeblich seine Fesseln zu lockern.
Die Minuten strichen unwirklich an den Cimmerer vorbei. Crom konnte nicht wollen, dass ein Nordmann ersäuft. Er wollte kämpfen. Gegen wem. Gleichgültig gegen welchen Feind, aber er wollte mit dem Schwert in der Hand sterben.

Last edited by Kadras; 17th April 2012 at 07:29..
Reply With Quote
Old 17th April 2012, 07:08     Kadras is offline   #34
Kadras
Conqueror Cimmerian

Nachtwind

German server Asgard PvP-RP
Default Kapitel 403 - Die Seeschlacht

Kapitel 403 - Die Seeschlacht

Keiner schien sich um die im Rumpf der Seestern eingeschlossenen zu kümmern.
Es musste Feuer auf dem Deck des Schiffes ausgebrochen zu sein.
Zunehmende Hitze breitete sich im Ruderraum aus.
Panische Gefangene. Sie kreischten - hatten sie es geschafft bis hier hin zu überleben und nun sollten sie auf dem Wasser durch Feuer sterben.
Was für eine Ironie die Götter des Wassers ihnen doch zumuteten.
Einer von Gammins Seeratten wurde die kleine Treppe der Sklavengaleere hinuntergestoßen. Gefolgt von einem Musulanen der dem gestürzten seine gekrümmte Klinge in den Unterleib trieb noch bevor dieser sich erheben konnte.

Die Gefangenen flehten den Mann an sie zu Retten doch als Antwort hieb dieser mit seinem Krumschwert links und rechts um sich und nachdem zwei der Sklaven erschlagen waren kehrte hier unten wieder Ruhe ein.

Der Pirat zeigte ein zahnloses lächeln und spuckte auf den Boden.
Verbrennen sollt ihr Gewürm.
Dann wollte er sich umwenden um die Treppe wieder hinaufzueilen um den Kampf am Deck zu folgen.

Doch Gammin selbst erschien mit seinem massiven Kreuz in der Lucke die hinauf führte zum Deck. Der Musulane bemerkte noch den drohenden Schatten welcher nun die Sonne hinter ihm verbarg. Doch zu spät. Gammin hatte seine Handaxt bereits in dessen Wirbelsäule getrieben.
Dann musste der große Krieger seinen Fuss gegen den Rücken des bereits leblosen stemmen um seine Axt die sich in dessen Knochen verfangen hatte wieder zu befreien.

Der Seebär wollte sich wieder dem Kampf oben widmen.
Doch dann erhob sich Kadras soweit es seine Stahlfesseln ihm ließen.
Dann rief er. "Befrei mich und ich erschlage sie alle für dich!"

Gammin wollte nicht weiter auf das Flehen seiner Sklaven eingehen, doch irgendetwas in der Stimme des jungen Cimmeres veranlasste dem Kapitän sich nochmals ihm zuzuwenden.
Er wollte eben noch lachend ablehnen, aber es stand nicht gut um sein Schiff. Außerdem hatte dieser da irgendetwas an sich. Etwas Gefährliches.

"Nun gut." brüllte der Kapitän und ließ seine Schneidklinge der Axt mit seiner Bärenkraft hinunter auf zwei Kettenglieder sausen.
Der Schlag durchtrennte die Kette tatsächlich.

"Ihr sollt frei sein, wenn ihr mir helft unsere Angreifer zu erschlagen. Alle!"

Kurz hoffte er keinen Fehler begangen zu haben.
Doch die Sklaven kämpften tatsächlich für ihn. Nein sicher nicht für ihn, aber für ihr Leben und ihre Freiheit.
Das Gammin ein Ehrenmann war wusste man, auch wenn der Hass selbstverständlich mit jedem Peitschenhieb den die Ruderer erduldeten stieg, so war der Feind momentan nur zu offensichtlich.

Kadras, der den Kampf nicht scheute hatte sich bereits hinter Gammin daran gemacht den Rumpf zu verlassen.
Er errichte rechtzeitig die Oberfläche um mit anzusehen wie der Seebär einen weiteren der Angreifer mit seiner großen Axt erschlug.

Ein kleiner geschickter Mann sprang aus der Takelage hinab um den Kapitän der Seestern sein Messer in den Rücken zu treiben.
Kadras fing den Mann aus dessen Flugbahn ab. Packte den kleinen mit einer Hand und schleuderte den Musulanen auf die Planken.
Auch wenn der kleine Mann sein Glück nicht fassen konnte, dass der Sturz ihn keine gebrochenen Knochen bescherte so übernahm dies doch Kadras einen Augenblick später.
Er drehte dem Mann den Kopf von dessen Genick. Das kurze Zucken gefolgt von einem Knacken und dann erschlaffte der Körper sofort.
Kadras ergriff das Messer.
Einer der Angreifer wollte auf ihm zustürmen. Doch noch in der Bewegung sich zu erheben flog das Messer und traf dem Mann im Hals. Dieser verlangsamte seine Bewegung und drohte nach vorn zu stürzen.
Kadras nahm dem Unbekannten, seinen Feind, das Entermesser aus der Hand ehe auch der zweite Prirat durch ihn erschlagen wurde.
Die Sklaven waren am Anfang keine Bedrohung. Nicht bekleidet vielen sie auf und umgerüstet was sollten sie halb verhungert schon anfangen gegen Krieger bis an die Zähne bewaffnet.
Doch Kadras hinterließ eine Spur des Blutes auf den Planken des Schiffes.
Sein Entermesser schnitt durch Gliedmaßen und Fleisch.
Die meisten von Gammins Ruderern oder Sklaven wurden von den Musulanen abgeschlachtet wie die Schweine, aber Kadras war dabei den Spieß umzudrehen.
Die Toten Piraten hatten Waffen fallen lassen und bewaffnete Männer und Frauen die um ihr Leben kämpften waren niemals zu unterschätzen.
Mittlerweile war der Cimmerer mit einem Kurzschwert und einer Handaxt bewaffnet.
Eine kreischende Furie hatte im Alleingang zwei von Gammins Männern erschlagen. Doch sie hatte Kadras den Rücken zugewandt, und so gut sie auch zu fechten vermochte. Gegen den Angriff der Raubkatze die sich nun ihr von hinten näherte war sie Machtlos.
Kadras sein Kurzschwert raste in den Schädel der Rothaarigen. Ehre war ihm gleichgültig. Es galt seine Feinde zu bezwingen und er hatte sein Handwerk gelernt.
Er musste sich abducken um einen Gegenangriff auszuweichen. Er gab die Klinge frei, die wie einer unpassenden fünften Gliedmaße nun fest mit der Frau verwachsen schien.
Dann erklärte Kadras seine Axt dem Piraten was es bedeutete seine Waffe gegen ihn zu erheben.
Die Axt wechselte in seine Rechte Hand un mit dieser trieb er seiner Gegner ins Meer. Dieser sprang lieber aus freien Stücken über die Reling des Schiffes ehe sich dem Nordmann zu stellen.
Die Seeschlacht neigte sich dem Ende und nicht viele hatten sie überlebt.
Einer von Gammins Männern eilte nun auf Kadras zu. Vermutlich wollte dieser den „Ruderer“ tatsächlich erschlagen. Doch dies war der letzte Fehler seines Lebens. Bisher hatte Kadras weitgehend darauf geachtet die Getreuen des Sklavenhändlers zu verschonen (was ihm eher schlecht als recht glückte).
Er spürte die Gefahr und reagierte. Für den Mann der die Freiheit nun wieder gekostet hatte gab es nur den Willen zu überleben und seine gewonnene Freiheit um nichts auf der Welt wieder herzugeben.
Er wirbelte herum und die Axt bohrte sich auch in dessen Rüstung keinen Unterschied machend ob es einer der Mannen von Courgar dem Piraten oder des Skalvenhändlers war.

Zwei der noch verbliebenden Männer von Gammin wollten sich auf den Barbaren stürzen doch dann hallte der Ruf des Kapitäns zu Kadras hinüber.
Lasst ab von ihn er hat Tapfer gekämpft und vermutlich haben wir ihm unser Leben zu verdanken.
Kadras verharrte auf dem Fleck wo er stand, senkte nicht seine Waffen aber machte auch keine Anstalten sie erneut gegen irgendjemanden zu erheben.
Ihm verlangte es nicht nach Rache. Zumindest wollte er nicht Gammin für seine Gefangenschaft verantwortlich machen. Dies hatten andere zu verantworten.
Außerdem würde sich das Schiff nicht nur durch eine Hand voll unwissender Ruderer steuern lassen. Er würde den Kapitän noch eine Zeit lang brauchen.

Der alte Kapitän betrachtete die Schäden, welche der Kampf zurückgelassen hatte. Sein Schiff brannte. Aber die Schwarze Perle, Courgars Schiff, war noch Seetüchtig. Auch wenn es nur Pinassen waren, davon gab es hier nun genügend.
Gammin hatte diesen Schurken selbst erschlagen und war äußerst zufrieden mit der Schlacht. Er hatte gewonnen, auch wenn es zu Beginn nicht danach ausgesehen hatte.
Gut er würde sein Schiff aufgeben müssen. Aber es gab schlimmeres. Sein Schutzpatron in den Tiefen der Meere sollte noch lange auf ihn warten.
„Bringt die Waren hinüber auf das andere Schiff, wir bekommen das Lag nicht unter Kontrolle.
Sagt den Ruderern der Schwarzen Perle das ihr neuer Kapitän nun Gamin heißt.
Unsere Sklaven sind frei, wir haben nun neue! Damit meinte er die Ruderer sowei die Besatzungsmitglieder die sich ihnen ergeben hatten. Auch diejenigen welche über Bord gesprungen waren, begaben sich freiwillig in die Gefangenschafft ehe sie ertranken – zumindest die wenigen welche doch Schwimmen konnten oder es geschafft hatten sich irgendwie über Wasser zu halten.

Alle hatten den Worten des Kapitäns gelauscht. Es hatten nicht viele von Gammins Skalven überlebt. Aber dennoch. Diese Sklaven hatten das Gleichgewicht zu seinen Gunsten verändert. Außerdem stand er zu seinem Versprechen.
„Du, Barbar.“
Kadras schenkte dem Kapitän seine Aufmerksamkeit.
„Komm zu mir. Kämpfer wie Dich kann ich brauchen.“ Gammin lachte lange und Herzlich. Was für ein Tag.


Wenig später unterhielten sich Gammin und Kadras in der kleinen Kajüte des Kapitäns.
„Nordländer.“ die durchdringenden Blicke des Kapitäns fixierten Kadras unter seinen grauen buschigen Augenbrauen.
„Du musst mir Dein Wort geben nicht nach Targamon zurückzukehren solange ich lebe.“
Der Cimmerer starrte Gammin nur grimmig an.
„Verstehe mich nicht falsch. Ich schenke Dir die Freiheit. Doch habe ich ein Geschäft abgeschlossen mit einigen Leuten dort und ich habe ihnen mein Wort gegeben, dass Du solange ich lebe keinen Fuß mehr in die Provinz setzen wirst.“
Kadras dachte ich nehme mir gleich deinen Kopf so wie ich mir meine Freiheit bereits genommen habe alter Mann.
„Ich möchte sicherstellen dass Du mir Dein Wort gibst Cimmerer! Solange ich Lebe gibt es keine Rückkehr."
Der Alte verweilte. Doch nur schweigen bekam er als Antwort.
"Verflucht, fuhr der Alte fort. "Ein Nordmann gehört in die Berge nicht nach Aquilonien.“
Der Seebär lächelte entschuldigend als wäre damit alles erledigt.
Kadras erhob sich.
Dann wird dein Lebensfaden wohl nicht alt zu Lang gesponnen werden alter Mann - dachte Kadras.
„Nordmann, Dein Wort?“ hackte Gammin nach.
„Mein Wort hast Du.“ sagte der Cimmerer wendete sich ab ohne dem Kapitän noch einen weiteren Blick zu schenken.

Er selbst hatte sein Exil gewählt, er hatte nicht den Wunsch zurückzukehren. Er brauchte dem Kapitän im Moment und warum sollte er sich dann nicht an sein Wort halten. Doch bei Crom, wenn es notwendig werden würde Heimzukehren, dann würde er sich den Kopf des Mannes holen der meinte ihn Bedingungen auferlegen zu müssen. Er war ebenso bemüht sein Wort zu halten.

Kadras war frei und so kam es dass er selbst eine Zeitlang als Pirat Hyboria entdecken müssen.

Eines Tages führte der Seeweg die Schwarze Perle in die Südsee zu den Bararachaninseln. Ihr Ziel war der Hafen von Tortage ...



Kurzer Hinweis in eigener Sache:
Dies ist die Vorgeschichte meines Charakters Kadras van Dornium Suportic.

Den Teil den ich (hoffentlich) nun erzählen werde handelt von den Ereignissen bzw. wie ich das Spiel im Rollenspiel erleben durfte. Die Geschichte berichtet von der Neugründung des Ordens des Nachtwinds und den Weg der Gilde bis heute.

[.REALLIFE.] Preorder.
Wir schreiben den 16. Mai 2008 - Login - Download des Patchers läuft.


(... to be continue ...)

Last edited by Kadras; 17th April 2012 at 14:55..
Reply With Quote
Old 2nd August 2012, 05:51     Latui is offline   #35
Latui
Necromancer Stygian
   
Latui's Avatar

Im Herzen bei VORBOTEN

German server Mitra PvE
Lightbulb

Wehe ich komme darin nicht vor!

Schreibe gerade eine Geschichte über die Vorboten, als Buch. Du bist herzlichst eingeladen es im RP Forum zu lesen. Auch du wirst irgendwann vorkommen, wenn du nichts dagegen hast!

Liebste Grüße,

die Katze
Reply With Quote
Reply

Thread Tools Search this Thread
Search this Thread:

Advanced Search

Posting Rules
You may not post new threads
You may not post replies
You may not post attachments
You may not edit your posts

BB code is On
Smilies are On
[IMG] code is Off
HTML code is Off


All times are GMT. The time now is 18:03.

Top

Powered by vBulletin® Version 3.8.7
Copyright ©2000 - 2013, vBulletin Solutions, Inc.