Das fünfte Mysterium - Die Bori (3. Zirkel)
Die Bori sind die erste Stufe des Klerus. Ihre Hauptaufgabe ist die Heilung von Kranken und die Heilung der Seele. Sie führen die alltäglichen Riten durch, können Hochzeiten oder Bestattungen leiten und Dämonen austreiben. Die Priester in den ländlichen Tempeln sind meist Bori. Die normale blaue Robe ist hier die Kleidung der Wahl, mitunter mit einem blauen Umhang und der Dunkelaschen-Kapuze. In kälteren Regionen auch mit Fellmütze und -umhang. Im Süden sind die Priester meist etwas leichter bekleidet, tragen jedoch immer etwas blaues. Auf Reisen sind meist zweckmäßige Rüstungen beliebt. Hier wählen viele Priester wegen des noch immer bei manchen Tempels gültigen Tabus des Tragens von Leder. Viele Priester haben jedoch bereits eine praktischere Lederrüstung. Diese Roben sind Stoffrüstungen, können also von jeglicher Klasse getragen werden.
Das sechste Mysterium - Die Sonneboten (2. Zirkel)
Diese Priester stehen größeren Tempeln vor (z.B. dem zentralen Tempel in Alt-Tarantia). Sie bilden niedrigere Mysterien aus und leiten die Bori an. Sie können auch schwierigere Exorzismen durchführen, sind nicht selten diplomatisch tätig und ziehen auch als Wanderprediger durchs Land. Hier bietet sich als Kleidung eine etwas vornehmere blaue Robe an, die Dunkelaschenrobe samt Kapuze und Umhang. Reisegewand oder klimatisch angepasste Kleidung wird hier gehalten wie bei den Bori.
Das siebte Mysterium - Hohepriester (1. Zirkel)
Die Hohepriester stellen die letzte Instanz einer Ausrichtung des Glaubens dar, wie etwa der Hohepriester Zyras in Tarantia das Oberhaupt des aquilonischen Mitraismus ist. Sie tragen als einzige Anhänger Mitras nach dem 2. Mysterium wieder Kopfschmuck, aber nur zum Zeichen ihrer von Mitra verliehenen Macht. Vergleichbar mit den Bischöfen im Christentum ernennen sie Bori und Sonnenboten. Die Kleidung besteht hier aus einer Dunkelaschenrobe, jedoch als einziges Mysterium nach dem vierten trägt der Hohepriester als Zeichen der göttlichen Macht einen Reif aus Metall oder gar einen Kopfschmuck aus Blättern. Er trägt zudem im Gegensatz zu den anderen Priestern etwas prächtigere Zusätze wie Schärpen oder wertvolle Gürtel.
Das Tabu Leder
Aufgrund der enginetechnischen Gegebenheiten (Nur Stoffrüstung und leichte Rüstung für die Klasse Mitrapriester) läuft es zwangsläufig auf Leder hinaus. In manchen hyborischen Ländern ist das tragen von Leder kein Tabu (z.B. Argossea). Es kann hier ingame also eine Ausnahme gemacht werden, wenn man die Mysterien nicht in Aquilonien oder Nemedien erlernt hat. Es hängt auch stark von dem jeweils amtierenden Hohepriester ab, wie er die Tabus neu beurteilt oder entkräftet.
Frauen ab dem dritten Mysterium
Frauen dürfen nur das erste Mysterium erlernen. Laut der Lore dürfen Frauen lediglich in Argossea das zweite Mysterium erlernen. Alle höheren Mysterien sind nach den P&P Regeln den Frauen verwehrt. Um hier nicht eine zu starke Einschränkung zu schaffen, da man mit einem weiblichen Char bei strenger Regelauslegung nicht im RP Priester werden könnte, gibt es diverse Schlupflöcher. Mein Char Essara ist z.B. auf Tortage ausgebildet worden. Dort, weitab von den Tempeln der Zivilisation, zählt der geschlechtliche Unterschied im Glauben wenig, und so war ein Aufsteigen bis zum fünften Mysterium ohne Probleme möglich. Das Auftreten als Priesterin ist danach auch jederzeit in Aquilonien möglich, denn der Tempel in Alt-Tarantia stellt das religiöse Zentrum des Mitraglaubens für ganz Hyborien dar. Lediglich die Einführung in die Mysterien muss im Rollenspiel andernorts stattfinden. Natürlich hängt es auch hier immer vom amtierenden Hohepriester ab, bis zu welchem Mysterium Frauen zugelassen werden. Es kam auf Asgard im RP bereits vor, daß Priesterinnen nicht mehr als Priesterinnen agieren durften, und sich entweder als Heilerin weiter in der Stadt, in der der Hohepriesterwechsel stattfand, aufhalten durften, oder fortgingen und anderswo weiter predigten, wo es erlaubt war. Dies ist natürlich auch eine Frage des konsequenten Spiels, ob man diese Vorgaben akzeptiert.
Abstinenz und Keuschheit
Eine der großen Fragen, die immer wieder auftauchen, betrifft diese beiden Punkte. Dürfen Priester Alkohol trinken, und dürfen sie heiraten bzw. sich den fleischlichen Lüsten hingeben?
Meine Auslegung ist hier: Nein. Im Regelwerk steht hierzu nichts konkretes, jedoch gibt es Passagen, die bereits den Löwen Mitras (4. Mysterium) asketische und enthaltsame Lebensweise - ähnlich wie Mönche - vorschreiben. Die folgenden Mysterien dürften dann ähnlichen Einschränkungen unterliegen. Darüber hinaus müssen Priester ihre Kraft allen Gläubigen zuteil werden lassen. Eine Frau sowie eine Familie würden einen Priester zu sehr von der Aufmerksamkeit für alle Gläubigen ablenken oder seine Prioritäten verschieben. Des weiteren hat der Priester stets klar im Geist zu sein, Alkohol oder andere Rauschsubstanzen wären hierbei ein Verstoß.
Natürlich gibt es auch Ausnahmen. In Ophir werden Rituale meist sehr freizügig und ohne Prüderie abgehalten. Jedoch ist von einem ophirischen Mitratempel zu einem Tempel Derketos noch ein weiter Weg.
Prüfungen
Viele Spieler fühlen sich durch Prüfungen abgeschreckt. So haben bereits einige Spieler darauf verzichtet, die Prüfungen zur Angetrauten Mitras abzulegen, da dort laut Lore dreißig Hiebe ausgeteilt werden. Da ich verstehe, daß in manchen Dingen Spieler allzusehr von dem, was der Char erleidet, mitgenommen werden, habe ich folgende Neuregelung erdacht - natürlich obliegt wie überall die Entscheidung wie etwas gemacht wird, immer dem zuständigen Hohepriester des nächsthöheren Tempels:
Raben: Keine Prüfung
Angetraute: Drei Tage fasten
Soldaten: Gerechte Tat vollbringen
Löwen: Heilige Tat vollbringen
Alle Priester: Pilgerreise zum Golamira
Das Fasten war ursprünglich die Prüfung der Raben. Angetraute, Soldaten und Löwen mussten sich im Regelwerk ursprünglich schmerzhaften Prüfungen unterziehen, um ihren Stoizismus und ihre Opferbereitschaft auf die Probe zu stellen. Diese Prüfungen wurden mit Rücksicht auf einige Spieler abgeändert. Die Soldaten müssen eine gerechte Tat erfüllen, die vom Hohepriester oder dem zuständigen Priester gestellt wird, wie etwa die Reaktion auf ein derzeitiges Ereignis aus dem RP, wie etwa eine Räuberbande, die zur Strecke gebracht werden muss oder eine Ungerechtigkeit, die aufgeklärt werden soll. Die heilige Tat des Löwen ist etwas elementarer, und umfasst etwa das Töten eines Dämonen, das Bekämpfen von etwas Unheiligem oder andere gottgefällige Dinge. Die Priester werden mit der Ernennung zum Bori zum Berg Golamira pilgern, wo Epimitreus begraben liegt. Diese Prüfung ist wieder lorekonform, ebenso das Wegfallen weiterer Prüfungen, wenn ein Bori zum Sonnenboten oder gar zum Hohepriester aufsteigt.
Es ist in jedem Fall immer eine Auslegungssache, und letztendlich entscheiden die Spieler, wie weit sie gehen, was sie akzeptieren und was nicht.